Unkonventionelle Aussenwerbung: Wenn eine Fassade zum Blickfang wird

Wann hast du das letzte Mal eine Werbefläche fotografiert?

Ein klassisches Plakat wohl eher selten. Ein auffälliges Wandgemälde dagegen schon eher. Genau deshalb gewinnen sogenannte Werbe-Murals zunehmend an Bedeutung.

Während klassische Out-of-Home-Formate längst zum Stadtbild gehören, setzen Murals auf etwas anderes: Sie überraschen. Und genau das macht sie interessant.

Was ist ein Werbe-Mural?

Ein Mural ist ein grossflächiges, handgemaltes Wandgemälde auf einer Hausfassade. International ist dieses Werbeformat seit Jahren etabliert, in der Schweiz entwickelt sich der Markt erst seit Kurzem wieder.

Was Murals von anderen Grossformaten unterscheidet, ist der Produktionsprozess. Die Gemälde entstehen über mehrere Tage oder Wochen vor Ort. Das erfordert spezialisierte Künstlerinnen und Künstler und macht jedes Werk zum Unikat. Entsprechend gibt es keine Listenpreise: Murals werden projektspezifisch entwickelt, mit dem Standort, der Fassade und der Markenbotschaft als Ausgangspunkt.

Das Churer Start-up Wand AG hat in den vergangenen zwei Jahren mehrere Projekte umgesetzt. Dazu gehören unter anderem:

Neu ist die Idee aber nicht, soeben wurde eine verdecktes Gemälde von Bernina aus dem Jahr 1941 in Zug bei einem Hausabbruch entdeckt. 

Warum sorgen Murals für Aufmerksamkeit?

Ein Mural lebt nicht nur vom fertigen Motiv. Bereits während der Entstehung bleiben Passantinnen und Passanten stehen, beobachten die Künstler bei der Arbeit und teilen den Prozess häufig auf Social Media.

Dadurch entstehen mehrere Effekte gleichzeitig:

  • Hohe Sichtbarkeit im öffentlichen Raum
  • Die Entstehung selbst wird vor Ort zum Live-Erlebnis und sorgt für zusätzliches Social Media- und PR-Potenzial
  • Starke lokale Verankerung
  • Nachhaltige Wirkung durch aussergewöhnliche Umsetzung 
Mehr als nur ein Trend

Murals stehen stellvertretend für eine Entwicklung, die in der Aussenwerbung immer wichtiger wird: den Überraschungseffekt als Strategie. Das Prinzip teilen sie mit anderen Formaten, die ebenfalls versuchen, sich im Schweizer Markt zu etablieren. Hier zwei Beispiele:

Projection Mapping projiziert animierte Inhalte auf Gebäudefassaden oder dreidimensionale Objekte und verwandelt Architektur vorübergehend in eine Bühne. Das Format funktioniert besonders stark bei Produkt-Launches oder Events, weil es einen physischen Ort für einen begrenzten Zeitraum zu etwas Aussergewöhnlichem macht und damit fast zwangsläufig auf Social Media landet.

Ad Bikes bringen hinterleuchtete Werbeplakate auf Fahrrädern in den urbanen Raum. Sie bewegen sich durch Fussgängerzonen und belebte Strassen, sind tags wie nachts sichtbar und erreichen Zielgruppen dort, wo klassische Aussenwerbung nicht platziert werden kann.

 

Welche Rolle spielen Murals im Media-Mix?

Murals ersetzen klassische Out-of-Home-Werbung nicht. Sie eignen sich vielmehr als aufmerksamkeitsstarkes Highlight innerhalb einer Kampagne. Vor allem dann, wenn Marken langfristig sichtbar sein und eine emotionale Verbindung zum Standort schaffen möchten.

Spannend wird es, wenn Künstlerinnen und Künstler aktiv in die Entwicklung eingebunden werden. So entsteht keine einfache Vergrösserung eines Sujets, sondern ein individuelles Kunstwerk mit eigener Geschichte.

FAQ

Was ist ein Werbe-Mural und was kostet es?

Ein Mural ist ein grossflächiges, handgemaltes Wandgemälde auf einer Hausfassade. Anders als bei klassischer Aussenwerbung gibt es keine Listenpreise: Jedes Werk wird projektspezifisch entwickelt, mit Standort, Fassade und Markenbotschaft als Ausgangspunkt. Der Aufwand ist entsprechend individuell.

Warum eignen sich Murals für die Markenkommunikation?

Murals erzeugen Aufmerksamkeit auf zwei Ebenen: im physischen Raum durch ihre Grösse und Ungewöhnlichkeit, und digital durch den Entstehungsprozess. Passantinnen und Passanten beobachten die Künstlerinnen und Künstler bei der Arbeit und teilen den Prozess auf Social Media. Das schafft organische Reichweite und PR-Potenzial, bevor das Motiv überhaupt fertig ist.

Gibt es Werbe Murals in der Schweiz?

Ja, der Markt entwickelt sich. Das Churer Start-up Wand AG hat in den vergangenen zwei Jahren mehrere Projekte umgesetzt, darunter das erste Werbe-Mural der Schweiz für PostFinance in Zürich-Altstetten (2024) sowie Projekte für Wingo (Swisscom) und APG|SGA. Neu ist die Idee allerdings nicht: Ein Bernina-Fassadengemälde aus dem Jahr 1941 wurde kürzlich in Zug bei einem Hausabbruch wiederentdeckt.

Wie fügt sich ein Mural in den Media Mix ein?

Ein Mural ersetzt klassische OOH Werbung nicht, sondern ergänzt sie. Es eignet sich als aufmerksamkeitsstarkes Highlight innerhalb einer Kampagne. Besonders dann, wenn Marken langfristig sichtbar sein und eine emotionale Verbindung zu einem Standort aufbauen möchten.

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